Freunde.
Das war es also.
Das große, lang erwartete Communitytreffen in Köln. Etwa 30 Leute, die sich alle mehr oder weniger aus dem Netz kennen und eine gemeinsame Leidenschaft haben, treffen sich, um sich kennen zu lernen und sich natürlich auch zu feiern. Leute, die einfach toll sind.
Und da kommen dann auch schnell die Fragen auf: Warum findet man über das Internet so schnell so viele tolle Menschen auf einmal? Warum gerade über Gronkh? Warum scheint die Chemie zwischen uns auch im echten Leben so gut zu stimmen?
Im Internet ist es wesentlich leichter, Leute zu finden, die zu einem passen, ganz einfach, weil man wesentlich mehr Auswahl hat. In der Schulklasse sind 30 Leute, in einem Studiengang an der Uni vielleicht 50 – Was sind das für lächerliche Zahlen angesichts der über 200000 Zuschauer von Gronkh? Wenn nur ein Prozent von denen Interesse daran hat, Leute über Twitter oder Facebook kennen zu lernen, sind es immer noch zweitausend Menschen! Menschen, bei denen man nicht mehr nach Gemeinsamkeiten zu suchen braucht, weil ein gemeinsames Hobby klar ersichtlich ist. Menschen, die auch das Internet mögen. Im Internet ist man ja allgemein offener, einfach weil die Hemmschwelle viel kleiner ist und Äußerlichkeiten absolut keine Rolle spielen. Das Phänomen, das man sich mit Leuten, die man nicht kennt wunderbar austauschen kann, kenne ich auch schon von früher. Diese Menschen sind einfach aus dem eigenen Freundeskreis komplett herausgelöst – was eine unglaubliche Stärke ist!
Bei jedem Gespräch schwingt irgendwo der Gedanke mit, dass die Vertrauensperson eben dieses Vertrauen missbraucht und bei irgendjemandem petzen geht und dann gemeinsam gelästert wird. Im Internet besteht dazu erst mal kein Anreiz. Warum sollte man über wildfremde Leute lästern und vor allem: Mit wem? Das das bei engerem Kontakt dann doch passiert scheint unvermeidlich. Zu dem Thema hatte ich mich hier schon ausgelassen.
Und so haben sich recht schnell einige Freundschaften gebildet. Die einen reichen tiefer, andere beschränken sich auf das gemeinsame Lachen über Gronkhs Scherze, wieder andere sind für längere Diskussionen gut. Es findet sich also eine tolle Mischung an Menschen, die sich auch untereinander alle gut verstehen.
Unter diesen Voraussetzungen ist eigentlich klar, dass es ein Tag wie kein anderer wird, wenn man mal mehrere dieser Menschen auf einmal trifft. So ist es neulich geschehen und so wird es jetzt hoffentlich öfters geschehen!
Ich habe jedoch auch etwas Angst. Angst davor, dass die Erwartungshaltung vor dem Nächsten Treffen zu groß werden könnte. Jeder hat gehört das es ein toller Tag wird, jeder erwartet, dass der Tag ganz von alleine toll wird. Aber wie denn? Es gab am 9.2. einige Dinge die nicht perfekt gelaufen sind. Wir standen viel in der Kälte, der Unmut wurde groß, weil wir uns verlaufen haben. Aber all das wurde überstrahlt von dem Neuen, dem Einmaligen, das dieser Tag an sich hatte.
Wird das bei den nächsten Treffen auch noch so sein? Ich bin mir sicher, dass meine Begeisterung für die Community noch für ein paar Treffen ausreicht, vielleicht auch für ein paar mehr. Ich glaube, der Trick ist hier einfach es nicht zu übertreiben.
Nach dem letzten Treffen war schnell zu sehen, wie die oben geschilderten Vorteile einer Internetfreundschaft zunichte gemacht wurden: Es wurde sich angefeindet, es wurde sich über lächerliche Kleinigkeiten aufgeregt. Warum? Ist es wirklich so wichtig, gleich als erster in jeder neuen Gruppe mit dabei zu sein? Muss man wirklich meckern? Es ist doch total egal.
Als ich meine Freunde in Köln gesehen habe, war ich während des ganzen Tages der kleine Junge, der mit großen Augen staunend durch die Welt geht und sie über jedes Gesicht freut, dass er sieht. Egal ob lächelnd oder weinend – da waren Menschen, die ich liebe. Niemand anderes sind diese Menschen hier im Internet. Also vergesst die Kleinigkeiten und freut euch! Seid dankbar, dass ihr euch überhaupt kennen dürft und Gelegenheit dazu habt, trotz der räumlichen Distanz, die euch trennen mag im Geiste alle gemeinsam am Bahnhof zu sitzen.
Denn noch vor 10 Jahren wäre all das undenkbar gewesen und ihr hättet euch mit den Leuten begnügen müssen, die ihr draußen, im echten Leben getroffen habt.
Ihr seid viel zu toll um zu streiten!