Organische Chemie
...und ihre Auswirkungen bei den Menschen.
Oder: Eine allgemeine Rechtfertigung
Faszinierend.
Die Auswirkungen meine ich. So krass gemerkt habe ich das noch nie, was wohl auch an meiner Lebensgestaltung und meinen Prinzipien liegt.
Ich bereue meine Prinzipien nach wie vor nicht – das vorweg.
Aber ich habe das wirklich noch nie so krass merken müssen.
Es ist wirklich bitter, wie sehr dieses Zeug die Menschen zu einem anderen machen.
Es ändert sie natürlich nicht von Grund auf, mich schon gar nicht, aber es ist schon deutlich zu merken.
Bitter.
Nein, ich werde auch weiterhin nicht saufen.
Schon gar nicht so sinnlos, wie die das hier gerade machen.
Gut, man kann darüber diskutieren, auch über die verschiedenen möglichen Rechtfertigungen. Nichtsdestotrotz ist und bleibt das Zeug eine Droge, ein Gift. Andere Drogen sind das natürlich auch, aber für die gilt das alles uneingeschränkt auch.
Ich weiß, der Rausch lockt. Manche sagen, ich müsste den Rausch vermissen, weil er das tolle, erstrebenswerte ist.
Nun – man kann nichts vermissen, was man nie gekannt hat.
Und warum auch? Ich finde es sinnlos, die Kontrolle über mich – ganz oder teilweise – zu verlieren.
Ich könnte also meine Probleme vergessen.
Moment. Wie oft denke ich denn an meine – übrigens kleinen – Probleme? So im Schnitt nie, außer ich werde halt irgendwie darauf hingewiesen.
Und zum cool Fühlen?
Das ist ein schwaches Argument. Und ich kann auch so flache Witze machen und mein Niveau gerne bis zu einem gewissen Grad absenken.
Bei meiner spitzen Zunge ist das Risiko aber vermutlich auch noch relativ hoch, dass das dann zu schlimm endet.
Nein, ich behalte lieber die Kontrolle über mich, am Besten gleich komplett.
Im übrigen gibt es in jeder Kneipe, in jeder Lokalität, ein alkoholfreies Getränk, das billiger ist, als ein alkoholisches. Also spart man auch bares Geld.
Hm.
Eigentlich sollte das keine Selbstrechtfertigung werden, vor allem weil ich mich vor euch natürlich nicht rechtfertigen muss. Die eigentliche Message sollte lauten und lautet schlicht und einfach, dass ich, durch das, was ich erlebt habe, in meinen Prinzipien bestärkt wurde und das nicht nur ein bisschen.
Aber ich denke auch, dass meine Argumente allgemein gültig sind. Nicht für jeden und auch nicht in dieser Kombination, aber für den ein oder anderen sicherlich das eine oder andere.
Achso, ich habe diesen einen kleinen Grund vergessen, der viel schwerer wiegt, als alle anderen zusammen:
Es schmeckt mir einfach nicht.
nüchtern,
Tom