Freundesliebe
Hier kommt der erste "richtige" Artikel in meinem Blog über ein Thema, das mich zur Zeit sehr beschäftigt: Der fließende Übergang zwischen Freundschaft/guter Freundschaft und Liebe.
Jason Mraz hat sich in einigen Songs mit diesem Thema beschäftigt: Not so usual, Please don't tell her, If it kills me, Song for a Friend, Lucky, Prettiest Friend, Coyotes und noch mehr. I'm Yours kann man auch dazu zählen.
Jason ist mit seiner ehemals besten Freundin zusammen - und noch sind beide damit glücklich. Könnte daran liegen, dass Jason oft auf Tour ist. An der Reihenfolge, in der die Songs über das Thema geschrieben wurde kann man gut den Verlauf der Beziehung erkennen.
In letzter Zeit habe ich ein paar solcher Beziehungen beobachten können bzw. stecke teilweise selbst in so einer. Einige Fragen hab ich mir in der Zeit gestellt:
Ist es normal, dass man bei guten Freunden über eine engere Beziehung nachdenkt bzw. darüber, wie es wäre?
Ist der Übergang zwischen Liebe und Freundschaft fließend?
Wie kann man Missverständnisse vermeiden?
Was, wenn ein Teil der Beziehung sich verliebt, der andere nicht?
Oder beide?
Kann eine Freundschaft an Liebe zerbrechen? - Ich weiß es nicht. Aber ich glaube schon. Aber nicht, wenn man versucht, es zu vermeiden.
Das sind einige, gute Fragen... Ich denke, meine Überlegungen sind es wert, veröffentlicht zu werden.
Meine Antworten... zu allem auf einmal.
Wenn sich einer der Freunde eine Liebesbeziehung wünscht, kann es sehr schnell passieren, dass man diesen Wunsch - bewusst oder unbewusst - auf den besten Freund/die beste Freundin überträgt. Dann könnte es Komplikationen geben. Die beste Lösung in dem Fall wäre reden. Falls es dem anderen genauso geht, sollte man keinesfalls den Fehler begehen, zu denken "Och, wir suchen beide eine Beziehung. als Gründen wir einfach eine!". Besser wäre es - wie meistens - zu reden und eine gemeinsame Lösung zu finden. Bzw. sich auszutauschen und das Leid zu teilen.
Natürlich kann es passieren, dass sich ein Teil aufrichtig in den anderen verliebt. Das ist meiner Meinung nach der ungünstigste Fall - weil ein Teil eben mehr will, als der andere. Man könnte schweigen - und leiden. Wenn man es erzählt, muss man damit leben, dass der andere einem vielleicht nicht mehr ganz so viel erzählen wird - aus Angst, dass man zu viel interpretiert. Man kann sich natürlich auch klar trennen, aber das ist für beide nicht angenehm. Der Masterplan für diese Situation muss noch erfunden werden.
Der letzte Fall ist: beide verlieben sich ineinander. Prima! Wenn jetzt nicht die Angst wäre, es dem anderen zu sagen, weil das die Freundschaft gefährden könnte, falls Fall 2 einträte. Ideal wäre ein Vermittler - jemand der beide gut kennt. Das gibt es aber selten.
Also, wenn man es schafft, sich darüber auszutauschen, sollte man es, danke ich, mit einer Beziehung versuchen. Wenn nicht, wären beide unglücklich und würden etwas vermeiden, das sie wollen. Wo ist da der Sinn?
Aber man sollte versuchen, nach der Beziehung - ein danach gibt es immer - die Freundschaft aufrecht zu erhalten. Gerade, weil sie beiden so wichtig ist/war.
Vielleicht denkt man auch einfach so darüber nach, wie eine Beziehung wäre... Die Gedanken sind frei. Also kann man das ruhig denken, ohne Probleme. Oder? Ich denke schon. Man sollte Acht geben, dass es bei den Gedanken bleibt. Meistens wird man zu dem Schluss kommen, dass eine Beziehung nicht das richtige wäre. So ging es mir zumindest.
Ich bin gespannt auf eure Kommentare!
Tom
Nachtrag: (15.10.2010)
Wie ihr meinem Kommentar entnehmen könnt, hat sich die Lage bei mir entspannt. Ich habe mich für die Freundschaft entschieden.
Eine richtige Freundschaft. Eine, die ein Leben überdauern kann. Oder mehrere.
Das ist einfach so viel wichtiger. Mir vorallem. Ich wollte schon lange so eine Freundschaft. Jetzt habe ich sie.
Das werde ich nicht aufs spiel setzen. Niemals.